2. Oktober 2026: Cornelia Geißler ist verzaubert von DIE MARIBORHYPNOSE, Berliner Zeitung

Eine wunderschöne lange Rezension zu Dora Kaprálovás Die Mariborhypnose von Cornelia Geißler in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erfreut nicht nur unser federleichtes Fliegenherz:

Sie führt mit diesem Buch vom österreichisch-ungarischen Kaiserreich und dem jugoslawischen Königtum über den Kampf der Kommunisten, den Widerstand gegen die Deutschen bis zum sozialistischen Vielvölkerstaat, der nur hielt, solange Tito lebte. Ihre Erzählerin geht herum, macht Pausen, nimmt ein Fahrrad, gleicht ihr Wissen durch Gespräche ab. Sie bringt das, was gerade noch gewiss ist, ins Schweben, verwandelt die von den beiden Männern geliebte Frau in eine Fliege und wieder zurück.

„Ich wollte ein einfaches Buch, wie ein Lied, schreiben“, sagt die Erzählstimme, als es dem Ende zugeht. Sie erklärt ihr poetisches Prinzip: „Nicht alles aussummen. Nicht aussprechen.“ Sie wendet sich an uns, die Leserinnen und Leser: „Ich weiß, dass ihr darin Fehler finden werdet. Fangt sie ein. Glückliche Enden gibt es nicht.“

Oh doch, dieses Buch findet ein Ende, das beglückt. So zauberleicht, wie Kaprálová schreibt, wie sie europäische Geschichte hier verdichtet, das beflügelt. Mindestens 21 Tage hält das an, ein Fliegenleben lang.

Auszug: „Eine Liebesgeschichte durch Fliegenaugen“, Cornelia Geißler, Berliner Zeitung, Wochenendausgabe, 2.-4. Oktober 2026