Lavinia Branişte
Du findest mich, wenn du willst
Roman

Der erfolgreiche dritte Roman der ausgezeichneten rumänischen Autorin Lavinia Braniște über Nähe und Abwesenheit, emotionale und materielle Bedürfnisse, über Ehen und Affären, Abhängigkeiten, Leidenschaft und Zerstörungskraft, Macht und Vertrauen.
18,99 € – 26,00 €
„Ein echter psychologischer Thriller.“
Cristina Hermeziu, Revista Timpul
„Ein Roman, der aufrichtig über die Liebe heute und doch auch über die Liebe immer spricht.“
Serenela Ghițeanu, Revista 22
„Eine Meditation über die Unzulänglichkeit rein intellektueller Chemie in einer Liebesbeziehung. Alles gemeinsam zu haben, sich gegenseitig Geschichten zu erzählen, das ist der Traum.“
Adrian Mureșan, Dilema Veche
Inhalt: Liebe & Abhängigkeit
Ein Mann und eine Frau begegnen sich auf einem Flughafen und entdecken zufällig, dass sie dasselbe Reiseziel haben. Nach der Reise führt die gegenseitige Anziehungskraft schnell zu einer intensiven Beziehung, doch schon bald treten Probleme auf. Ein paar Mal flieht sie, doch er kann sie jedes Mal überzeugen, zu ihm zurückzukommen, und macht sie langsam von sich abhängig …
Rückblickend, detail- und dialogreich, gefühlsgeladen und oft auch ironisch, voller Overthinking und Widersprüche zeichnet Lavinia Braniște in Du findest mich, wenn du willst anhand verschiedener Familienkonstellationen ein Psychogramm der heutigen Gesellschaft in Rumänien.
Ausgezeichnet mit dem Sofia Nadejde-Preis für das beste Buch einer Autorin 2022
Übersetzung gefördert von Traduki
Wir telefonierten stundenlang. Wenn er mich anrief und ich das Handy mit seinem Profilbild an mein Ohr hielt, hatte ich jedes Mal das Gefühl, als würde ich mir ein Kabel in den Nacken ste-cken und mich direkt mit seinem Gehirn verbinden. Wenn er dann redete, spürte ich den Strom fließen.
Ich wollte ihm sagen, dass er mit seiner Anziehungskraft ein ganzes Sonnensystem im Gleich-gewicht halten konnte, dass er ein Gravitationsfeld war, dem nichts entkam. Ich wollte ihm sa-gen, dass ich mich nackt fühlte, wenn ich mit ihm sprach, denn er sah mich, wie ich war. Dass ich ihm alles sagen konnte, denn er verstand mich. Nicht nur die Worte, die ich aussprach, son-dern den ganzen Eisberg darunter.
Nach wenigen Tagen wollte ich ihm schon sagen, wie glücklich ich war, wenn ich seine Stimme hörte. Denn das war ich wirklich. Glücklich. So sehr, dass ich mir hübsch vorkam.
Gut, dass ich es ihm nicht sagte.
Denn mein Verstand hatte mir diesen Streich früher schon gespielt, und nicht nur einmal.
Denn mein Herz war Schwefelsäure und er ein Wassertropfen, der hineinfiel.