Vorschau

Lavinia Braniște

Sonia meldet sich

Roman

Ein emotionaler und vielfach ausgezeichneter Roman über die Spurensuche zum rumänischen Systemwandel 1989 und die Kunst des Überlebens damals und heute aus weiblicher Sicht. Die persönliche als auch die allgemeine Geschichte sind nicht statisch, sondern abhängig von den Ökonomien des Alltags, den Machtspielen der Geschlechter, dem Schweigen oder Redebedarf zwischen den Generationen.

Aus dem Rumänischen von Manuela Klenke

15,99 19,99 

15,99  E-Book
ISBN 978-3-948631-09-3
19,99  Taschenbuch

320 Seiten

ISBN 978-3-948631-10-9
E-Book
Taschenbuch

320 Seiten

April/Mai 2020

„Sonia, die Protagonistin des Romans spürt diesem Mangel nach, diesem Schmerz über nicht gesagte Worte und versäumte Gesten. Die Autorin verwebt die historische Spurensuche über die politischen Verhältnisse in Rumänien mit ihrem zeitlosen Schmerz der Töchter abwesender Väter.“
@Traumfngerin3

„Dieser durchaus mit trockenem Sarkasmus gewürztem und besonders einfühlsamem Entwicklungsroman einer jungen Frau, auf dem Weg sich von Vergangenheit und Mitmenschen zu emanzipieren, besitzt jenseits des Lokalkolorits Allgemeingültigkeit für jede Gesellschaft mit einem Bruch in ihrer jüngsten Geschichte. Das Buch verfügt über alle Zutaten für einen Bestseller – Nachwirkung inklusive.“
Die Spiegelungen

„Eine der stärksten Stimmen der jungen rumänischen Literatur.“
Medana Weident, Deutsche Welle

Sonia meldet sich ist einer der besten Romane über den Kommunismus, obwohl der Kommunismus selbst nur allgemein gehalten und beiläufig erwähnt wird.“
Mihai Iovănel, scena9.ro

Sonia meldet sich ist ein anspruchsvoller, kraftvoller und komplexer Roman über die heutige Zeit und die Art und Weise, wie sich die jüngere Geschichte in unserem Leben widerspiegelt.“
Aus der Jurybegründung zum Sofia Nădejde-Preis

Inhalt

Sonia navigiert einen heißen Sommer lang durch Bukarest. Im Herbst reist sie durch das ländliche Rumänien zu Mutter, Großvater, Ex-Frau ihres Vaters. Sie hat den Auftrag bekommen, ein Drehbuch über die Mutter-Tochter-Beziehung der ermordeten, strengen Diktatorengattin Elena Ceaușescu zu ihrer Tochter Zoia zu schreiben und recherchiert in alle Richtungen. Das Drehbuch wird immer wieder umgeschrieben, denn „die Vergangenheit ist ein genauso chaotischer und unsicherer Ort wie die Zukunft“.

Die Übersetzung wurde freundlicherweise gefördert von Traduki.


Der Engel, der sie durchs Leben begleitet, ist ein Engel, der einem von hinten einen Schubs verpasst. In entscheidenden Momenten hört sie ihn aus der Höhle rufen, in der er liest und wie jeder andere Gläubige betet. Er sagt ihr, ohne die Augen vom Buch zu nehmen, dass sie es schaffen wird. Das tut er, während er umblättert oder einen Satz, den er überlesen hat, nochmal liest.
Diesen Engel hat sie mit achtzehn erfunden, als sie von zu Hause ausgezogen ist.
Sie versucht, ihn nicht allzu oft zu stören. Es hilft ihr aber, zu wissen, dass er dort ist.
Komm schon, das schaffst du, sagt der Engel.

Auszug lesen

Die Autorin, die Übersetzerin

Lavinia Branişte, geboren 1983 in Brăila, im Südosten Rumäniens, arbeitet als Autorin und Literaturübersetzerin. Sie veröffentlichte zwei Sammlungen mit Kurzgeschichten, zwei Romane und drei Kinderbücher. Ihr erster Roman Interior zero wurde mit dem Preis „Nepotul lui Thoreau“ („Thoreau’s Neffe“) als der beste rumänische Roman im Jahr 2016 ausgezeichnet. 2019 war Lavinia Branişte Stipendiatin im International Writers‘ House in Graz und im Hessischen Literaturforum. Ihr zweiter Roman Sonia ridică mâna (2019) wurde für fünf nationale Literaturpreise nominiert und mit zwei Preisen, darunter dem wichtigen Sofia-Nădejde-Preis, ausgezeichnet. Bei mikrotext erschienen: Null Komma Irgendwas, Planet Romeo, Sonia meldet sich.

Manuela Klenke wurde 1984 in Cluj-Napoca geboren und lebt in Osnabrück. Sie arbeitet als Literaturübersetzerin. 2008 erschien ihr Buch On Textproduction: The Integral Relationship to Translation (Ko-Autorin Alina Preda).Zuletzt übersetzte sie die Romane von Lavinia Braniște Null Komma Irgendwas und Sonia meldet sich, sowie Die grünen Brüste von Florin Iaru. Sie kuratiert die monatliche Kolumne „Deutsche Ecke” auf DLITE, den Literaturblog des Goethe Instituts Bukarest.