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Elvis Jarrs

Banlieue-Mann

Episodenroman

Banlieue-Mann beschreibt den Stress, wenn alles Code und Symbol ist, und den Genuss, den dieses Gestresstsein manchmal bereitet.

11,99 € – 23,00 €

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ISBN 978-3-948631-76-5, Hardcover

11,99 € E-Book

ISBN 978-3-948631-75-8

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ISBN 978-3-948631-76-5, Hardcover

18. Februar 2027

„Man braucht nicht zu verzweifeln: Elvis Jarrs hat für das, was wir in dieser Epoche durchleben, die passende Sprache gefunden!“
Clemens Setz

Inhalt: Wache Männlichkeit, Freundschaft, Großstadt

„Normal hat mein Opa Golf gespielt. Arbeitergolf.“

Mit zärtlicher Erbarmungslosigkeit beschreibt Elvis Jarrs die Denkschleifen eines jungen Mannes am Rand von Berlin. Überall versucht der Erzähler, Klassenzugehörigkeit und wache Männlichkeit zu performen – und findet dabei immer wieder originelle Wege des Scheiterns. 

„Wollt ihr noch was? Noch eine Mampe?“ Die Barfrau spricht „Mampe“ besonders tief und wuchtig aus, wie Leute das für gewöhnlich machen, wenn sie die vermeintliche Härte der deutschen Sprache verarschen wollen, hahaha, auf Englisch heißt es ‚butterfly‘ und auf Spanisch ‚mariposa‘, wie wunderbar leicht, und in Deutschland? Was macht Deutschland? Einfach SCHMETTERLING, hahahaha, wie kann man nur so grob sein, eigentlich hasse ich das, aber bei ihr ist das süß, und Piet sagt, „ja“, und Piets kleiner Bruder sagt, „ja, für mich auch eine MAMPE”, und spricht es jetzt auch so tief aus und lacht, der kleine Schleimer, und ich überlege kurz und sage dann, ich hätte gerne noch ein kleines Bier. Wir sind die letzten Gäste im Café Cralle, zumindest im Vorderraum, hinten sitzt noch ein ein bisschen komischer Typ leicht vornübergebeugt an einem Tisch und schweigt, ein Obdachloser vielleicht, kein Plan. Piets kleiner Bruder ist vor Kurzem nach Berlin gezogen und macht hier seinen Meister, und Piet will ihm in den ersten Wochen ein bisschen den Wedding zeigen, aber sein kleiner Bruder will wohl immer ins Café Cralle, weil er sich ein bisschen in die Barkeeperin verknallt hat, und heute meinte Piet, ich soll mal mitkommen und ihm ein bisschen Rücken geben, damit sein kleiner Bruder sich traut, ein paar Avancen zu machen, aber es dabei nicht übertreibt, und ich meinte, „klar“, aber jetzt habe ich sie gesehen und muss sagen, ich finde sie selber ganz gut. Sie ist auf jeden Fall älter als der kleine Bruder von Piet und jünger als ich, ich würde schätzen, so ziemlich in der Mitte von uns, und sie spricht mit einem starken Akzent, aber sie will verbessert werden und zeigt manchmal auf Gegenstände und fragt uns, wie das auf Deutsch heißt und übt dann die Aussprache, „SPUHLBURSTE?“ „SPÜÜÜLBÜÜÜRSTE!“, und wenn man sich gegenseitig auf den Mund guckt, während man irgendwelche egalen Worte langsam und genüsslich ausspricht, ist das natürlich ein sehr guter Flirtboden. „Kommt gleich“, sagt sie und dann wischt sie den Tresen ab und geht kurz in den Hinterraum. Piet greift gedankenverloren in das Erdnussschälchen und knuspert ein bisschen selbstvergessen in die Stille, und ich habe den Verdacht, er mag sie auch.

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Der Autor

Elvis Jarrs, geboren 1997, wuchs in Hamburg St. Pauli auf. Nach Tätigkeiten als Küchenhilfe und Laufstegmodel sowie einem Jahr als Kindergärtner und glückloser Innenverteidiger in der zweiten costa-ricanischen Fußballliga studierte Jarrs Soziolinguistik, Philosophie und Global Studies in Berlin, London, Breslau, Santa Barbara und Roskilde. Aktuell promoviert Elvis Jarrs in Berlin und Buenos Aires und arbeitet in der Stadtentwicklung und Geflüchtetenhilfe. Unter dem Künstlernamen Mikesh macht er zudem Musik und verdingt sich bei Rap-Battles u.a. auf der Plattform Don’t Let the Label Label You, wo er 2019 im Festsaal Kreuzberg die deutsche Meisterschaft gewann und einen gravierten Boxgürtel in die Höhe reckte. Für seine erste Kurzgeschichte „Karmakasse“ wurde er im Literaturhaus Wien mit dem dritten Platz des Wortlaut-Kurzgeschichtenpreises ausgezeichnet. Instagram: @eymikesh

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